Die Theraphosa stirmi, auch als Burgundy-Goliath-Vogelspinne bekannt, gehört zu den größten und kräftigsten Vogelspinnen der Welt. Sie wird häufig mit Theraphosa blondi verwechselt, unterscheidet sich jedoch deutlich in Färbung, Verhalten und teilweise auch in den Haltungsansprüchen.
Im Hobby ist sie weit verbreitet und gilt als eindrucksvolle, aber anspruchsvolle Art, die sich klar an erfahrene Halter richtet.
Inhalt:
1. Herkunft
2. Haltung
3. Schutzstatus
4. Lebenserwartung
5. Ernährung
6. Zucht
7. Übersicht
Herkunft
Die Theraphosa stirmi stammt aus den tropischen Regenwaldgebieten des nördlichen Südamerikas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt vor allem in Venezuela, Guyana und angrenzenden Regionen Brasiliens. Dort lebt sie bodenbewohnend in sehr feuchten Habitaten, meist in selbst gegrabenen Erdhöhlen oder in natürlichen Verstecken unter Wurzeln und umgestürzten Baumstämmen.
Haltung
Die Haltung der Theraphosa stirmi erfordert Erfahrung, Platz und ein gutes Gespür für Klima und Substrat. Aufgrund ihrer Größe und ihres kräftigen Körperbaus ist ein großzügiges Terrarium zwingend notwendig. Empfohlen wird eine Mindestgröße von 60 x 40 x 40 cm, besser größer, um ausreichend Bewegungsraum und eine stabile Luftzirkulation zu gewährleisten.
Als Bodengrund eignet sich ein tiefer, grabfähiger Substratmix aus Humus, Erde und Lehm. Die Substrathöhe sollte mindestens 15 bis 20 cm betragen, da die Art gerne gräbt.
Die Luftfeuchtigkeit sollte dauerhaft hoch gehalten werden, Staunässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden. Eine gute Belüftung ist essenziell, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Temperaturen im Bereich von 24°C bis 28°C tagsüber haben sich bewährt. Nachts darf die Temperatur leicht absinken. Versteckmöglichkeiten sind zwingend notwendig, da die Theraphosa stirmi ein eher zurückgezogenes Verhalten zeigt.
Schutzstatus
Die Theraphosa stirmi unterliegt zur Zeit keinem Schutzstatus.
Lebenserwartung
Die Theraphosa stirmi zählt zu den langlebigen Vogelspinnenarten.
Weibchen können bei guter Haltung ein Alter von 15 bis 20 Jahren erreichen.
Männchen leben nach der Reifehäutung meist nur noch 12 bis 18 Monate.
Ernährung
In freier Wildbahn ernährt sich die Theraphosa stirmi überwiegend von Insekten und anderen Wirbellosen.
In menschlicher Obhut eignet sich eine abwechslungsreiche Fütterung mit Heimchen, Grillen, Schaben und Heuschrecken.
Sehr große Exemplare sind zwar in der Lage, kleine Wirbeltiere zu überwältigen, auf die Fütterung von Mäusen oder Ratten sollte jedoch aus tierschutzrechtlichen und gesundheitlichen Gründen verzichtet werden.
Zucht
Die Zucht der Theraphosa stirmi gilt als anspruchsvoll und ist nicht für Anfänger geeignet.
Zur Paarung wird ein adultes Männchen vorsichtig in das Terrarium des Weibchens gesetzt. Das Männchen kündigt seine Paarungsbereitschaft durch Trommelbewegungen an.
Nach erfolgreicher Paarung fertigt das Weibchen einen Eikokon, aus dem nach mehreren Wochen zahlreiche Jungtiere schlüpfen können. Die Aufzucht erfordert viel Erfahrung, da Jungtiere empfindlich auf Haltungsfehler reagieren.
Übersicht
| Name / Bezeichnung | Theraphosa stirmi (Burgundy-Goliath-Vogelspinne) |
| Erstbeschreibung | Rudloff & Weinmann 2010 |
| Artenschutz | Kein Schutzstatus |
| Herkunft | Venezuela, Guyana, Brasilien (Südamerika) |
| Lebensweise | Bodenbewohner |
| Terrarium Größe (BreitexLängexHöhe) | 60 x 40 x 40cm |
| Körperlänge | bis 11 cm |
| Temperatur | ☀️ 22–26°C 🌑 18–20°C |
| Luftfeuchtigkeit | 💧 75–85% |
| Bodengrund | Humus, Erde, Lehm ca. 15–20 cm Bodengrund |
| Einrichtung | Stabile Verstecke, Wurzeln, robuste Pflanzen wie Ficus, Philodendron oder Calathea. Flache Wasserschale. |
| Nahrung | Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Schaben |
| Vergesellschaftung | Nur Einzelhaltung |
| Wachstum | relativ schnell |
| Verhalten | defensiv bis aggressiv |
| Verteidigung | Bombardieren mit Brennhaaren, Drohhaltung, Biss |
| Lebenserwartung | Männchen: ca. 12–18 Monate nach Reifehäutung Weibchen: bis zu 20 Jahre |

