Die Theraphosa apophysis, auch als Goliath-Pinkfuß-Vogelspinne bekannt, zählt zu den größten Vogelspinnen der Welt und übertrifft in puncto Beinspannweite sogar die bekannte Theraphosa blondi. Besonders auffällig ist ihre Färbung, denn Jungtiere zeigen kräftig rosafarbene bis lachsfarbene Fußspitzen und ein zebraartig gestreiftes Beinmuster, das mit zunehmendem Alter einem eher rotbraunen Farbton weicht.
Im Hobby ist sie deutlich seltener als ihre Verwandten und gilt als eine der teuersten und begehrtesten Arten überhaupt, richtet sich aber klar an erfahrene Halter.
Inhalt:
- Herkunft
- Haltung
- Schutzstatus
- Lebenserwartung
- Ernährung
- Zucht
- Übersicht
Herkunft
Die Theraphosa apophysis stammt aus den tropischen Regenwaldgebieten des nördlichen Südamerikas. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Venezuela, Kolumbien und angrenzende Regionen Brasiliens. Wie ihre Verwandten lebt sie bodenbewohnend und gräbt sich Höhlen, in denen sie sich tagsüber zurückzieht.
Haltung
Die Haltung der Theraphosa apophysis erfordert aufgrund ihrer enormen Größe ein sehr geräumiges Terrarium. Empfohlen wird eine Mindestgröße von 60 x 40 x 40 cm, wobei größere Becken die Haltung erleichtern und dem natürlichen Bewegungsdrang eher gerecht werden.
Als Bodengrund eignet sich ein tiefer, grabfähiger Substratmix aus Blumenerde und Kokoshumus. Die Substrathöhe sollte mindestens 15 bis 20 cm betragen, damit sich das Tier eine eigene Wohnhöhle anlegen kann.
Die Luftfeuchtigkeit sollte dauerhaft hoch bei etwa 80 bis 90 Prozent liegen. Das Substrat sollte feucht gehalten werden, ohne dabei nass oder sumpfig zu sein, ansonsten drohen Schimmelbildung und gesundheitliche Probleme.
Temperaturen im Bereich von 24°C bis 29°C haben sich bewährt. Ein gut versteckter Rückzugsort ist Pflicht, da die Art sehr scheu und zugleich äußerst nervös und wehrhaft reagiert, wenn sie sich bedroht fühlt. Sie bombardiert bei Störung schnell mit Brennhaaren und ist deutlich schreckhafter als T. stirmi oder T. blondi.
Schutzstatus
Die Theraphosa apophysis unterliegt zur Zeit keinem Schutzstatus.
Lebenserwartung
Weibchen der Theraphosa apophysis können bei guter Haltung ein Alter von 15 bis über 20 Jahren erreichen.
Männchen leben deutlich kürzer und werden nach der Reifehäutung meist nur wenige Jahre alt.
Ernährung
In freier Wildbahn ernährt sich die Theraphosa apophysis überwiegend von Insekten und anderen Wirbellosen. In menschlicher Obhut eignet sich eine abwechslungsreiche Fütterung mit Heimchen, Grillen, Schaben und Mehlwürmern.
Jungtiere gelten als eher zurückhaltende Jäger und ziehen erbeutete Futtertiere häufig in ihre Höhle, bevor sie fressen. Auf die Fütterung von Wirbeltieren sollte aus tierschutzrechtlichen und gesundheitlichen Gründen verzichtet werden.
Zucht
Die Zucht der Theraphosa apophysis gilt als anspruchsvoll und ist aufgrund der Seltenheit der Art und der hohen Anschaffungskosten nicht für Anfänger geeignet. Zur Paarung wird ein adultes Männchen vorsichtig in das Terrarium des Weibchens gesetzt.
Nach erfolgreicher Paarung fertigt das Weibchen einen Eikokon, aus dem nach mehreren Wochen zahlreiche Jungtiere schlüpfen können. Die Aufzucht erfordert viel Erfahrung, da Jungtiere empfindlich auf Haltungsfehler reagieren.
Übersicht
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Name / Bezeichnung | Theraphosa apophysis (Goliath-Pinkfuß-Vogelspinne) |
| Erstbeschreibung | Tinter, 1991 |
| Artenschutz | Kein Schutzstatus |
| Herkunft | Venezuela, Kolumbien, Brasilien (Südamerika) |
| Lebensweise | Bodenbewohner |
| Terrarium Größe (Breite x Länge x Höhe) | 60 x 40 x 40 cm |
| Körperlänge | bis 11 cm, Beinspannweite bis ca. 30 cm |
| Temperatur | ☀️ 24 bis 29°C |
| Luftfeuchtigkeit | 💧 80 bis 90 % |
| Bodengrund | Blumenerde, Kokoshumus, ca. 15 bis 20 cm |
| Einrichtung | Stabile Verstecke, Wurzeln, robuste Pflanzen, flache Wasserschale |
| Nahrung | Heimchen, Grillen, Schaben, Mehlwürmer |
| Vergesellschaftung | Nur Einzelhaltung |
| Wachstum | relativ schnell |
| Verhalten | nervös, sehr defensiv, schreckhaft |
| Verteidigung | Bombardieren mit Brennhaaren, Drohhaltung, Biss |
| Lebenserwartung | Männchen: wenige Jahre nach Reifehäutung; Weibchen: bis über 20 Jahre |

